Personal Branding für Olympiasiegerin Aline Rotter-Focken

Einzigartiges Medienprojekt begeistert Studierende

Es gibt wohl nur wenige Menschen, die einer Olympiasiegerin die Hand schütteln oder gar eng mit ihr zusammenarbeiten dürfen. Doch genau diese Chance bot sich Grete, Hanna, Jonas, Leïla, Mia-Lynn und Tabea. Im Rahmen ihres Medienprojekts in der Studienrichtung Digitale Medien - Medienmanagement und Kommunikation (Kurs MMK24) entwickelten sie für die Ausnahmeringerin Aline Rotter-Focken eine maßgeschneiderte Personal Brand sowie einen Social-Media-Guide, der die Spitzensportlerin bei ihrer zukünftigen Positionierung und Vermarktung als Speakerin und Moderatorin auf den digitalen Kanälen unterstützen soll.

Von der Konferenzbühne zum studentischen Projekt

Den Anstoß für diese außergewöhnliche Kooperation gab der betreuende Professor Prof. Dr. Gerald Lembke: Er hatte Aline Rotter-Focken auf einer Fachkonferenz als Keynote-Speakerin erlebt. Begeistert von ihrem Vortrag und ihrer Ausstrahlung war die Idee geboren – und der Kontakt schnell geknüpft. "Die Zusammenarbeit war für uns eine ganz besondere Erfahrung. Ihre Offenheit, ihre Geschichte und ihre Werte haben das Projekt geprägt und uns gezeigt, wie wichtig Authentizität für eine starke Marke ist", resümiert das stolze Projektteam.

"Wille schlägt Talent": Keynote-Insights am Campus Coblitzallee

Mitte Juni war der große Tag gekommen: Aline Rotter-Focken reiste persönlich an den Campus Coblitzallee, um an der finalen Abschlusspräsentation der Projektgruppe teilzunehmen. Als Dankeschön für die herausragende Arbeit hatte sie ein ganz besonderes Geschenk im Gepäck: Vor dem gesamten Kurs hielt sie ihren inspirierenden Vortrag "Wille schlägt Talent".

Darin schlug sie auf faszinierende Weise die Brücke vom Spitzensport in die moderne Wirtschaftswelt. Ob auf der Matte oder im Büro – wer unter hohem Druck Spitzenleistungen erbringen will, benötigt dieselbe mentale Stärke, Agilität und die Fähigkeit zur ständigen Reflexion. Als erfolgreiche Keynote-Speakerin begeistert sie heute Unternehmen genau mit diesem Ansatz: Probleme nicht als Blockade, sondern als Chance zur Weiterentwicklung zu begreifen und mentale Strategien für den Arbeitsalltag nutzbar zu machen. 

Mental-Coaching für den (Studien-)Alltag 

Mit dieser Botschaft traf die Weltmeisterin von 2014 und Olympiasiegerin von 2021* genau den Nerv der Studierenden. Denn als Spitzensportlerin und ehemalige duale Studentin weiß sie genau, wovon sie spricht: Disziplin und Durchhaltevermögen, bewusste Ventile im Alltag, klare (Zwischen-)Ziele und die richtige Strategie zur Angst- und Druckbewältigung sind sowohl im Leistungssport als auch im Studium und in der Berufswelt der Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg. 

"Mein Kopf war so laut!"

Doch nicht nur die Inhalte und Tipps ließen die Studierenden an ihren Lippen hängen, es war vor allem der ehrliche Blick auf die Tiefpunkte ihrer Karriere – sportlich und zwischenmenschlich. Authentisch berichtete sie von Neid und Missgunst durch andere Sportler*innen nach ihrem WM-Sieg 2014, von ihrem kompletten Blackout und ihren Selbstzweifeln, als sie bei der ersten Olympia-Teilnahme 2016 ihrem Gedankenkarussell erlag und ihr Traumziel zur Katastrophe wurde. Und von dem Druck, der auf ihr als potenzielle Olympiasiegerin lag, deren Erfolg oder Niederlage über die finanzielle Lage des gesamten Teams entscheiden würde. 

"Es ist keine Schande, sich Hilfe zu holen – es ist sogar schlau!"

Alleine konnte und musste sie es nicht schaffen, daher ließ sie sich von einem Sportpsychologen unterstützen: "Man kann nicht alles selbst wissen und können, es gibt für alles Expert*innen, die man fragen kann. Es ist keine Schande, sich Hilfe zu holen – es ist sogar schlau!", so ihre Empfehlung für die Studies. Was sich dadurch u. a. verändert hat, war der Fokus. Unter dem Credo "Dankbarkeit besiegt Angst" hat sie sich bewusst gemacht, was für ein Privileg ihre Situation ist, dass die Zeit des Leistungssports endlich und es wunderbar ist, diese Möglichkeiten zu haben. Den Studierenden gab sie mit: "Egal, wie ihr euch das Worst-Case-Szenario für eure Situation ausmalt, so schlimm wird es nicht werden. Es gibt immer eine neue Chance. Und auch wenn man das Ziel vielleicht nicht erreicht hat, der Weg lohnt sich immer – auch wenn es nur der Weg ist."

"Danke, Aline, das hat mir sehr geholfen!"

Nach begeistertem Applaus nahm sich Aline Rotter-Focken noch ausgiebig Zeit, die Fragen des Kurses zu beantworten und gemeinsam Fotos zu machen. Dem herzlichen Dank des Professors Dr. Gerald Lembke für diesen mitreißenden Vortrag schlossen sich auch die Studierenden an, die wertvolle Impulse für ihre Studien- und Berufszeit mitnehmen konnten. 

*Aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Olympischen Ringkämpfe in Tokio von 2020 auf 2021 verschoben.