Studienstart an der DHBW Mannheim

Wirtschaft vertraut weiterhin auf Duales Studium

Knapp 2.000 Erstsemester starten in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft, Technik und IT – 1.729 erfolgreiche Absolvent*innen stehen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.

An der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mannheim hat am 1. Oktober das neue Studienjahr begonnen. Mit 1.993 Erstsemestern sind es erwartungsgemäß weniger Studienanfänger*innen als im Vorjahr – eine direkte Folge der schlechteren wirtschaftlichen Lage in Zeiten von Corona. Beim dualen Studium an der DHBW steht hinter jedem Studierenden ein Unternehmen. Eine negative Konjunkturentwicklung wie aktuell ausgelöst durch die Corona-Pandemie spiegelt sich jetzt bei der Zahl der Erstsemester wider. 

Start ins neue Studienjahr

Dennoch ist die DHBW Mannheim optimistisch in das neue Studienjahr gestartet. Nach Lockdown und Online-Semester im Frühjahr und Sommer ist das Wintersemester in hybrider Form organisiert und ermöglicht insbesondere den Erstsemestern Präsenzzeiten am Campus und damit die wichtige Hochschulsozialisierung zu Beginn eines Studiums. Ein umfangreiches Hygienekonzept, ein ausgeklügelter Raumbelegungsplan und schließlich eine Taskforce Corona, die täglich alle Änderungen rund um Corona beobachtet und für alle Fragen von Studierenden, Lehrenden und Mitarbeiter*innen zur Verfügung steht, macht dies möglich. Schließlich will die DHBW Mannheim aus der Krise und den gewonnenen Erfahrungen neue Potentiale schöpfen. Jetzt gilt es, den durch den Lockdown ausgelösten Digitalisierungsschub technisch, aber auch didaktisch auszubauen und weiterzuentwickeln, Chancen in Lehre und Verwaltung zu nutzen. Wobei die Herausforderung bleibt, sich der dynamisch entwickelnden Lage stets anzupassen, wie es z. B. die neu eingeführte Maskenpflicht am Sitzplatz bei Lehrveranstaltungen zeigt. 

Wirtschaft vertraut weiterhin auf duales Studium an der DHBW Mannheim: 
1.993 Erstsemester, 5.815 Studierende, 1.729 Absolvent*innen

Insgesamt 1.993 Erstsemester (zzgl. 35 Incomings) – 1.340 an den Fakultäten Gesundheit und Wirtschaft, 653 an der Fakultät Technik haben zum Beginn des Studienjahrs am 1. Oktober in einer der 48 Studienrichtungen ein Studium aufgenommen. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem nicht überraschenden coronabedingten Rückgang von 13,8 Prozent (minus 319 Erstsemester), wobei der Rückgang sich nicht gleichermaßen auf alle Studienrichtungen erstreckt. Im Gegenteil, die Studienangebote mit digitaler Ausrichtung, wie BWL-Digital Business Management, BWL-Digital Commerce Management (in diesem Jahr neu), Digitale Medien und E-Government im Studiengang Wirtschaftsinformatik, die Studienrichtungen Accounting und Controlling, Versicherung und Finanzdienstleistungen und schließlich der Studiengang Informatik konnten an die Vorjahreszahlen anknüpfen bzw. sind sogar leicht gewachsen. Größere Rückgänge sind allerdings in den Studienrichtungen BWL-Messe-, Kongress- und Eventmanagement, BWL-Spedition, Transport und Logistik sowie in den Studiengängen Mechatronik und Wirtschaftsingenieurwesen zu beobachten. Stabil entwickelt haben sich die in 2019 neu gestarteten Studienangebote BWL-Digital Business Management, Integrated Engineering und Cyber Security. 

Neues Studienangebot

Das neue Studienangebot Digital Commerce Management konnte trotz sehr kurzer Vorbereitungs- und Bewerbungsphase wie geplant zum 1. Oktober mit einem Kurs (10 Erstsemester) starten. Aufgrund dieser besonderen Lage können hier Studierende auch noch verzögert in das Studium einsteigen. Eine Liste der noch offenen Studienplätze ist über die Studienrichtung zu beziehen. (dcm@dhbw-mannheim.de)

Aktuelle Zahlen

Besonderes Merkmal der Erstsemester bleiben die überwiegend guten bis sehr guten Schulabschlussnoten. Ähnlich wie im Vorjahr liegt die Hochschulzugangsberechtigungsnote über die Gesamtzahl aller Erstsemester bei durchschnittlich 2,2. Erfahrungsgemäß ist dies eine ideale Ausgangsbasis für das duale Studium. 

Die Gesamtzahl der Studierenden über alle drei Studienjahrgänge liegt bei 5.815 (Fakultäten Gesundheit und Wirtschaft 3.907, Fakultät Technik 1.873 und 35 Incomings). 

Dass das Bildungsinvest für die rund 2.000 Partnerunternehmen lohnend ist, beweist erneut die hohe Erfolgsquote der Absolventen*innen. Trotz coronabedingtem Lockdown während des Sommersemesters konnte die DHBW Mannheim zum Ende des Studienjahrs am 30. September ihren Abschlussjahrgang mit 1.729 Absolvent*innen verabschieden. 1.208 Betriebswirte*innen und Wirtschaftsinformatiker*innen sowie 521 Ingenieur*innen und Informatiker*innen schlossen ihr Studium erfolgreich innerhalb der Regelstudienzeit von drei Jahren mit dem Bachelor ab. Über 76 Prozent von ihnen sind bereits in der Wirtschaft angekommen und stehen somit für eine sehr gute Bildungsrendite. Rund 13 Prozent werden direkt im Anschluss ein weiteres Hochschulstudium aufnehmen. Knapp 8 Prozent sind derzeit noch arbeitsplatzsuchend (im Vorjahr waren es 5 Prozent).

Professorenschaft aus der Wirtschaft 

Die systembestimmende Bedeutung der Praxisintegration und die damit verbundene Verzahnung mit der Wirtschaft sind auch bei der Neubesetzung von Professor*innen-Stellen ausschlaggebend. Im zurückliegenden Jahr konnten insgesamt 10 Stellen mit Fachleuten aus Wirtschaft und Industrie besetzt werden. Die neuen Kolleg*innen sind nicht nur vom dualen Studienmodell und der DHBW Mannheim überzeugt, sondern sichern dank ihrer langjährigen Berufserfahrungen den wichtigen Theorie-Praxis-Transfer, um Studierende ideal auf ihre berufliche Realität vorzubereiten.

Nach Erfolgen im Corona-Sommer: Start des hybriden Wintersemesters

Durch Erlass des MWK Baden-Württemberg vom 11. März 2020 wurde der Studienbetrieb in Präsenzform in Baden-Württemberg zur Eindämmung des Corona-Virus mit sofortiger Wirkung eingestellt. Im Gegensatz zu den anderen Hochschulen im Land, die zu diesem Zeitpunkt Semesterferien hatten, traf diese Maßnahme die DHBW Mannheim mitten im laufenden Semester, nur wenige Wochen vor den (Abschluss-)Prüfungen. Dennoch ist es gelungen innerhalb kürzester Zeit den Vorlesungsbetrieb für über 6.000 Studierende, 135 Professor*innen und rund 1.500 externe Lehrbeauftragte auf Online-Formate umzustellen. 

Um für die Studierenden und hier insbesondere auch den Abschlussjahrgang die Lehre in gewohnt hoher Qualität zu organisieren, wurden folgende Maßnahmen ergriffen:

  • Schaffung technischer Voraussetzungen für die Online-Lehre (u. a. Einrichtung von 5 Vorlesungsstudios, Ankauf und Einrichtung von rund 8.000 Lizenzen eines Echtzeit-Video-Konferenztools),
  • Anpassung der bereits geplanten Theorie- und Praxisphasen in Zusammenarbeit mit den Partnerunternehmen auf die neue Situation,
  • Einrichtung eines Lagezentrums auf Rektoratsebene, das sich anfangs täglich, jetzt regelmäßig lösungsorientiert mit gesetzlichen Neuerungen und erforderlichen Maßnahmen auseinandersetzt,
  • Bündelung aller Kompetenzen rund um die digitale Lehre, um Lehrende und Lernende im Umgang mit den neu eingesetzten Technologien zu schulen und technischen Support zu leisten,
  • regelmäßige Evaluierung der Lehrveranstaltungen und daran orientierte Optimierung der online-Lehre.

So konnte das laufende Studienjahr nahezu lückenlos zu Ende geführt werden und der Abschlussjahrgang sein Studium ohne zusätzliches Semester erfolgreich beenden. Mehr noch: Durch die Maßnahmen haben die Studierenden hohe Flexibilität, Einsatzbereitschaft und Problemlösungsorientierung unter Beweis gestellt. Dank den neu gewonnenen Kompetenzen und des Digital Upskillings sind sie jetzt noch besser qualifiziert, um den durch Corona ausgelösten Digitalisierungsschub in ihren Unternehmen aktiv mitzugestalten.

Hybrides Wintersemester ist am 1. Oktober gestartet 

Dank dieser sehr guten Erfahrungswerte und den erweiterten technischen Möglichkeiten konnte die DHBW Mannheim dem ausdrücklichen Wunsch der Studierenden und Dualen Partner nachkommen und am 1. Oktober 2020 mit einem hybriden Semester starten. Hierbei wechseln sich Online- mit Präsenzlehrveranstaltungen ab. Damit dies möglich wird und alle unter Wahrung der geforderten strengen Infektionsschutz- und Abstandsregeln den Vorlesungen und Lehrveranstaltungen folgen können, hat die DHBW Mannheim große Kursgruppen geteilt und bietet die Vorlesungen parallel live und online an. Ein Teil der Gruppe wird vor Ort unterrichtet, der andere Teil schaltet sich per Videokonferenztechnik dazu und dieses im regelmäßigen Wechsel. Somit kehrt wieder mehr Studienalltag an den Campus zurück. Als Voraussetzung hierfür wurden nicht nur die IT-Technik in den Seminarräumen aufgerüstet und die Unterstützungsangebote für Lehrende im Bereich der Online-Lehre durch das Digital Learning Center erweitert, sondern auch eine mehrköpfige Taskforce eingerichtet, die sich studiengangsübergreifend um alle Fragen rund um Corona kümmert und im Fall einer Infektionsmeldung rasch reagieren kann, um Infektionsketten zu durchbrechen. Das Lagezentrum beobachtet parallel die aktuellen Entwicklungen und veranlasst bei Erfordernis oder neuen rechtlichen Vorgaben die entsprechenden Änderungen.

Vor allem für die Erstsemester-Studierenden ist diese Mischung aus Online- und Präsenzlehre für den gelungenen Studienbeginn von enormer Bedeutung, um in ihrem neuen Lebensabschnitt auch in Zeiten von Corona gut im Studium und an ihrer Hochschule anzukommen.

Kooperative Forschung: Zukunftsträchtige Schwerpunkte Wasserstoff und Digitalisierung

Neben dem Ziel, Wissen zu generieren, hat die kooperative Forschung an der DHBW Mannheim auch den Anspruch, einen Beitrag zum wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt zu leisten. Durch die enge Zusammenarbeit mit ihren dualen Partnerunternehmen und enge Netzwerke in alle Bereiche der Wirtschaft verfügt sie dafür über ideale Voraussetzungen: Sie bündelt wissenschaftliches Know-how mit dem Wissen um betriebliche Fragestellungen und liefert dafür anwendungs- und bedarfsorientierte Lösungen. Bereits zahlreiche Unternehmen und Institutionen konnten von den gemeinsamen Forschungsaktivitäten profitieren. Ein Leuchtturmprojekt bildet derzeit die Wasserstoffforschung an der Fakultät Technik, deren Herzstück das Wasserstoff- und Brennstoffzellenlabor an der Eppelheimer Außenstelle bildet. 

Von den Erkenntnissen profitieren aber nicht nur DHBW-Studierende. Durch die enge Verbindung der DHBW Mannheim zu ihren Dualen Partnern fließen Forschungsergebnisse unmittelbar in die Wirtschaft mit ein, wovon auch die Region stark profitiert. Als Impulsgeberin ist die DHBW Mannheim in der Metropolregion bereits sehr gefragt: Der Ausbau zur Modellregion Wasserstoff wurde im Dezember 2019 beschlossen, die Maßnahmen werden in einem Konsortium aus 18 Partnern umgesetzt – aufgrund ihrer Expertise rund um Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie ist die DHBW Mannheim als assoziierte Partnerin darin vertreten und steht dem Projekt mit fachlichem Know-how und Schulungserfahrungen zur Seite. Positive Entwicklungen sind auch vor Ort zu sehen: Der Innovationsbeauftragte der Bundesregierung, Bundestagsabgeordneter Dr. Stefan Kaufmann (CDU), besichtigte diesen Sommer den Eppelheimer Campus, der zum Anwendungs- und Bildungszentrum Wasserstoff ausgebaut werden soll und somit Bildung, Forschung und Anwendung rund um grünen Wasserstoff vorantreibt.

Kompetenzzentrum Digital Transformation Center 

Welche Relevanz die Digitalisierung heute und in Zukunft haben wird, hat die Corona-Krise seit dem Lockdown einmal mehr verdeutlicht. An der Fakultät Wirtschaft liegt der Fokus jedoch schon länger in der Auseinandersetzung mit diesem dynamischen Phänomen, das nahezu alle Lebensbereiche beeinflusst. Das Kompetenzzentrum Digital Transformation Center (DTC) der DHBW Mannheim stellt sich den Herausforderungen der Digitalisierung im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umfeld. In einer kompetenzübergreifenden Community und gemeinsam mit Studierenden sowie kooperierenden Unternehmen entwickelt es mithilfe neuer Technologien digitale Geschäftsmodelle, Plattformen und Geschäftsökosysteme (Digital Business Modelling).