Rollout des CM-21x

CURE-Studierendenteam präsentiert ihren E-Rennwagen für die Formula Student Saison 2021

Ihren 1. Etappensieg in der diesjährigen Formula Student Saison hat das CURE-Team erfolgreich gemeistert. Vor wenigen Tagen erblickte nun auch der neue Rennwagen EVA das Licht der Öffentlichkeit. Rollout verpasst? Kein Problem – hier können Sie es nochmal verfolgen.

Mit einem virtuellen Rollout stellte das CURE (Cooperative University Racecar Engineering) Team der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mannheim erstmalig einer größeren Öffentlichkeit „EVA“ vor – ihren elektrischen Rennwagen CM-21x für die Saison 2021 der Formula Student. Für die Studierenden war dies zweifelsohne ein erster Etappensieg, denn neben allen technischen Herausforderungen, die die Konzeption und der Bau eines neuen Fahrzeugs mit sich bringen, war die Arbeit unter Corona-Bedingungen eine zusätzliche harte Probe. Doch sie haben die Doppelsaison genutzt, den CM-21x in vielen technischen Bereichen weiterentwickelt und die Umfunktionierung in ein autonomes Fahrzeug durch einen modularen Umbau realisiert. Dank hoher Motivation, gelebtem Teamgeist und permanentem Theorie-Praxis-Transfer bringt EVA in dieser Saison 136 KW auf die Rennstrecke. Für die Formula Student in Österreich und Ungarn, hier erstmals auch in der Disziplin Driverless, hat CURE sich bereits qualifiziert und ist mit dem CM-21x bestens aufgestellt.

Die Vorstellung des Elektrorennwagen erfolgte im Rahmen eines virtuellen Events. Unter folgendem Link kann man die Aufzeichnung der Präsentation anschauen: Rollout CM - 21x 

Intensive Projektarbeit unter Corona-Bedingungen

Im Oktober 2019 startete das rund 70-köpfige, interdisziplinär aus nahezu allen Studienrichtungen der DHBW Mannheim besetzte, studentische Team mit der Entwicklung, Planung und Konstruktion des neuen Modells ihres inzwischen vierten elektrisch betriebenen Rennwagens. Die Ziele waren klar: technisch ausgereifter, effizienter und schneller als das Modell der letzten Saison sollte er sein. Außerdem in coolem Design, ökonomisch realisierbar, aerodynamisch und auch autonom fahrend. Doch dann kam schon bald alles anders und die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie machten auch vor der Werkstatt des CURE-Teams am DHBW-Campus in Eppelheim nicht halt. Das Team war gezwungen umzudenken, neue Wege der Zusammenarbeit zu finden und unter Einhaltung der strengen Hygienevorschriften an ihren Ideen und Konstruktionen zu arbeiten.

Konstruktion und Bau eines E-Rennwagens mit der Option des autonomen Fahrens

Viele anstrengende Monate liegen hinter ihnen, aber nun konnte das Team stolz und selbstbewusst ihre EVA (Electric Vehicle Autonom) vorstellen. Auch der neue Rennbolide präsentiert sich wie seine Vorgänger in auffälliger rot-weißer Folierung, doch unter der "Haube" hat sich so einiges getan. Zahlreiche technische Ausführungen wurden weiterentwickelt und verbessert wie z. B. die Steifigkeit des Gitterrohrrahmens, der als Zentrum des Fahrzeugs mit über 131 Anbindungen alle Komponenten zusammenführt, die Crashbox im Frontbereich oder auch die komplette Platinentechnik, die die Zuverlässigkeit maßgeblich erhöht. Insgesamt wurde das komplexe Zusammenspiel zwischen Technik und Software optimiert. Außerdem kann der CM-21x über einen modularen Umbau zu einem autonomen Fahrzeug umfunktioniert werden und erfüllt damit das vorgegebene Regelwerk der Formula Student. Schließlich sorgt ein ausgeklügeltes Aerodynamik-Paket mit Front-, Heckflügel und Unterbodendiffuser nicht nur für eine windschnittige Optik, sondern reduziert auch die Rundenzeit.

Permanenter Theorie-Praxis-Transfer

Zu den ersten Gratulanten zum neuen Fahrzeug zählte der Rektor der DHBW Mannheim, Prof. Dr. Georg Nagler. In seinem virtuellen Grußwort betonte er die einzigartige Chance für die Studierenden sich fachlich aber auch persönlich weiterzuentwickeln, sich und ihr Wissen auf einer interdisziplinären Plattform auszuprobieren und gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten. Mit der Teilnahme der DHBW Mannheim an der Formula Student verfolge die Hochschule aber nicht nur das Ziel, Studierenden außerhalb von Hörsaal und Unternehmen die Möglichkeit zu geben, um den Transfer von Theorie in Praxis zu erleben und Sozialkompetenzen zu entwickeln, sondern schaffe es auch, sie am technischen Fortschritt und Zukunftstechnologien teilhaben zu lassen. "Die Studierenden arbeiten quasi an den Grenzen zu Neuem und setzen sich permanent mit innovativen Technologien und Softwarelösungen – wie in diesem Jahr das autonome Fahren – auseinander."

Freundschaften fürs Leben

Das wissen auch die studentischen Teammitglieder zu schätzen. "Man nimmt viel mehr aus dem Studium mit als die reine Theorie und sammelt unheimlich vielfältige Erfahrungen", berichtet Natalie Kramp, die als Studentin der Studienrichtung Marketing Management die organisatorische Projektleitung im Team verantwortet. "Wir lernen voneinander und auch als BWLerin zieht man einen großen Mehrwert aus dem Projekt – und schließt Freundschaften fürs Leben." Damit verdeutlicht sie auch die Stärke des interdisziplinären Teams. Angehende Ingenieure, Informatiker aber auch Betriebswirte und Medienfachleute arbeiten aufgeteilt in verschiedenen fachlichen Projektgruppen intensiv zusammen, denn neben den rein technischen Fragestellungen werden auch Sponsoring, Beschaffung und Finanzen, aber auch Marketing und Kommunikation von den Studierenden gestemmt. Auch das virtuelle Rollout inklusive Moderation, Fotoshooting und Videodrehs zählt zu den beeindruckenden Leistungen von CURE.

Bestens gerüstet für die Rennsaison 

Mit dem CM-21x sieht sich das Mannheimer-Team bestens gerüstet für die Saison 2021 mit den Wettbewerben in Österreich, in Ungarn und mit etwas Glück auf dem Hockenheimring in Deutschland. Ziel der Formula Student, einem weltweiten Konstruktionswettbewerb zwischen Hochschulen, ist es, in Teamarbeit einen einsitzigen Formel-Rennwagen zu konstruieren und zu fertigen, um damit gegen Teams aus der ganzen Welt anzutreten. Bei der Formula Student gewinnt aber nicht das schnellste Auto, sondern das Team mit dem besten Gesamtpaket aus Konstruktion und Renn-Performance, Finanzplanung und Verkaufsargumenten. Und dafür ist Wissen und Know-how aus allen Studienrichtungen gefragt und Studierende, die sich hochmotiviert für ein gemeinsames Ziel einsetzen – auch noch nach 15 Stunden mit Maske in der Werkstatt.