Generationswechsel smart gestalten

DHBW-Forschungsprojekt findet das perfekte Match

Bis 2040 gehen über 20 Millionen Menschen in den Ruhestand. Damit der Übertrag von Wissen und wertvollen Erfahrungen von ausscheidenden Mitarbeiter*innen auf die nächste Generation gut gelingt, wurde an der DHBW Mannheim eine Software entwickelt, die anhand einer umfassenden Qualifikationsmatrix das perfekte Match zwischen Stelleninhaber*in und Nachfolger*in findet.

Ein Problem, das viele Unternehmen und Institutionen betrifft: Bis 2040 gehen über 20 Millionen Menschen in den Ruhestand. Um die Innovationskraft in den Unternehmen sicherzustellen, sollte das Wissen und der wertvolle Erfahrungsschatz der Ausscheidenden idealerweise auf nachfolgende Generationen übertragen werden. Da Stellennachbesetzungen aber oftmals gar nicht, zu spät oder sehr subjektiv angegangen werden, entfällt der Wissenstransfer auf die Nachfolger*innen und hart erarbeitete Expertise geht verloren. Hier setzt das Forschungsprojekt „Generationswechsel smart gestalten“ an. Gemeinsam mit der Berliner Firma iCombine hat Prof. Dr. Thilo Gamber, Professor für Wirtschaftsingenieurwesen an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mannheim, eine Software entwickelt, die basierend auf Stellen- und Personenprofilen den Generationenwechsel objektiv gestaltet und dadurch zu mehr Diversität innerhalb der Unternehmen führen kann.

Bereits überzeugt hat das Projekt „Generationenwechsel smart gestalten“ den Stifterverband, der es in seiner Jubiläumsinitiative Wirkung hoch 100 im Bereich Innovation als eine von 100 Top-Zukunftsideen fördert. Die Software ist nun bereit für die nächste Etappe: Interessierte Unternehmen können als Proof-of-Concept-Partner Teil des Forschungsprojekts werden.

Herzstück der Software ist eine Art Qualifikationsmatrix, in der Stellen- und Kompetenzprofile der Mitarbeiter*innen angelegt und regelmäßig aktualisiert werden. Abgefragt werden fachliche und persönliche Qualifikationen aber auch Präferenzen, darunter z. B. solche zu Weiterbildungen, zur Reisebereitschaft oder zu bevorzugten Arbeitsumgebungen. Es dreht sich also nicht um das reine Wissen, sondern darum, dass ein möglichst passgenaues Matching auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden kann und dadurch langfristig erfolgreich ist. Die Parameter können miteinander kombiniert, durch den Vergleich der Profile geeignete Nachfolger*innen identifiziert und in einem persönlichen Gespräch der*die ideale Stellennachfolger*in eruiert werden. Darüber hinaus ist eine vereinfachte Langzeitbetrachtung der Mitarbeiter*innen möglich. „So können Potenziale der Mitarbeiter*innen besser ausgeschöpft und Talente zielgerichtet gefördert werden, da sie on the job mit Kompetenzen ausgestattet werden und in neue Rollen reinwachsen können“, erläutert Prof. Thilo Gamber. „Darin sehen wir auch ein Beitrag zu mehr Chancengleichheit und mehr Diversität in Unternehmen.“

Für das Projekt bündeln die beiden Gründer von iCombine, Richard Schentke und Robert Freytag, mehr als zehn Jahre Praxiserfahrung in der Personalberatung und Softwareentwicklung. Bereits 2018 haben sie mit Prof. Dr. Thilo Gamber ein Projekt zum Kompetenzmanagement in der Digitalisierung realisiert und setzen diese erfolgreiche Kooperation nun zum Thema Generationenwechsel fort. Nach mehreren Jahren internationaler Arbeit in der Wirtschaft sowie an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe ist Prof. Gamber seit März 2020 Professor und Studiengangsleiter im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen der DHBW Mannheim. In die Entwicklung der Software fließen neben neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen auch ganz praktische Erfahrungen – eine Kombination, die durch die Nähe der DHBW zur Unternehmensrealität zu ihren Stärken gehört.