Wie Frauen an die Spitze kommen

Als einer von drei Männern im Hörsaal und damit deutlich in der Unterzahl eröffnete Rektor Prof. Dr. Georg Nagler am vergangenen Donnerstag die Auftaktveranstaltung zum Professorinnentag an der DHBW Mannheim. Die Reihen waren gefüllt von Professorinnen, Dozentinnen, Studentinnen, DHBW-Mitarbeiterinnen, interessierten Externen, die sich hier eingefunden hatten, um über Aufstiegsmöglichkeiten und Führungspositionen zu hören und zu sprechen. Der Hintergrund: Über alle Fachrichtungen hinweg sinkt der Frauenanteil mit ansteigender Qualifikation, der Professorinnenanteil der DHBW Mannheim liegt bei gerade einmal bei 18 % und damit unter dem bundesweiten Durchschnitt von 25 %. Um dies zu ändern, Frauen zu motivieren, zu ermutigen, zusammen und nach vorne zu bringen, wurde die in Deutschland einzigartige Veranstaltung ins Leben gerufen. Unter dem Slogan „Fempower your Future“ bestand der von Frau Prof. Kathrin Kölbl, in ihrer Funktion als Gleichstellungsbeauftragte der DHBW Mannheim, initiierte und mit der LUB GmbH Linguistische Unternehmensberatung gemeinsam organisierte Professorinnentag aus einem umfangreichen Angebot, das von Vorträgen und Keynotes, über persönliche Beratungen und Trainings, zu Networking-Möglichkeiten und Bewerbungstipps reichte. Den Start bildete die inspirierende Keynote „Lust auf Macht – Aufstiegsfaktoren für Frauen an die Spitze“ von Andrea Och.

Der Werdegang der Hamburgerin zeigt: Sie weiß, wie es geht. Nach einer Blitzkarriere zur jüngsten Bereichsleiterin in einer der größten deutschen Unternehmensberatungen und 20 Jahren Berufserfahrung berät sie heute als Markenexpertin Frauen beim Aufstieg in Spitzenpositionen. Ihr wichtigstes Instrument ist dabei richtiges Zuhören. Ob in Gesprächen mit Männern in Führungspositionen, in Coachings, im Austausch mit erfolgreichen Frauen und solchen, die es werden wollen. Pointiert, mit Beispielen aus dem Leben untermauert und in kleinen Gruppenarbeiten bestätigt, geleitete sie ihre Zuhörerschaft durch den Abend an der DHBW Mannheim und machte einmal mehr deutlich, dass die Regeln für beruflichen Aufstieg nicht besonders kompliziert sind – die disziplinierte Umsetzung aber umso anspruchsvoller. Und ganz ohne einen Vergleich mit der Männerwelt ging es natürlich nicht, was aber auch zu gelegentlichem Schmunzeln und Kopfnicken im Plenum führte. Denn was machen Frauen, während Männer mit 100 %-igem Ehrgeiz bei der Sache sind? 100 % Sorgen. Und das völlig unberechtigt. Zugreifen, heißt die Devise. Weg mit dem Perfektionismus, raus aus der Komfortzone, her mit dem Neuen und Fokus auf die eigenen Stärken. Noch kein Ziel formuliert? Dann aber los, denn dieses will Schritt für Schritt erreicht werden. Und ganz wichtig: Never go solo. Ob Mentor*innen oder gute Netzwerke, wer nach oben will braucht Sparringspartner*innen und Rückendeckung, schafft damit Win-win-Situationen und kann auch für andere da sein. „Unterstützen Sie sich gegenseitig und machen Sie andere Frauen groß“, waren die abschließenden Worte Andrea Ochs, die den Teilnehmer*innen mit einfachen Mitteln vermittelt hatte, dass jede von ihnen einzigartig ist. Ja, die Hamburgerin weiß, wie es geht.

Als eine Veranstaltung der Frauenwirtschaftstage, die auf Initiative des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg stattfanden, wurde der Professorinnentag aus Mitteln des Professorinnenprogramms II des BMBF gefördert.