Smart Sensors for Smart Coffee Farmers

Wie ein DHBW-Student Thailands Kaffeebäuer*innen unterstützt

Der weltweite Kaffeemarkt boomt, doch bei denjenigen, die die harte Arbeit auf den Plantagen leisten, kommt oft am wenigsten an. Kaffeebäuer*innen in Thailand stehen vor enormen Herausforderungen: Der Klimawandel macht das Wetter unberechenbar, Schädlinge bedrohen die Ernten und die Gewinnspannen sind hauchdünn. Wie kann moderne Technologie hier konkret, schnell und vor allem bezahlbar helfen?

Smart, günstig, nachhaltig: Sensorbox zur Analyse von Wetterdaten

Genau diese Frage stand im Mittelpunkt einer Studienarbeit an der DHBW Mannheim, in der der Elektrotechnik-Student Pawlo Hettich eine smarte, kostengünstige Sensorbox entwickelte. Initiiert und betreut wurde das Projekt von Prof. Dr. Stephan Schlüter, Professor für Mathematik an der TH Ulm und engagierter Lehrbeauftragter an der DHBW Mannheim, der im Studiengang Elektrotechnik und Informationstechnik die Vorlesung Energiewirtschaft hält. Seit einigen Jahren pflegt Prof. Schlüter einen engen Forschungskontakt zu Prof. Dr. Usa Humphries von der King Mongkut's University of Technology Thonburi (KMUTT) in Bangkok. Aus diesem internationalen Netzwerk heraus entstand die Vision: Wenn die Kaffeefarmer*innen Zugang zu präzisen, lokalen Wetterdaten haben, können sie die Gesundheit ihrer Pflanzen besser überwachen und fundiertere Entscheidungen treffen.

Ein Student, alle Rollen: Von der Idee zum fertigen Prototyp

Für die Umsetzung war hauptsächlich Pawlo Hettich verantwortlich, der bereits im 3. Studienjahr Elektrotechnik und Informationstechnik - Automation studiert. Er bewies echtes "Allround-Talent" und übernahm Aufgaben, für die in der Industrie oft ganze Teams zuständig sind. Begonnen im Herbst 2025, steckte Herr Hettich volles Engagement in das Projekt: Er recherchierte, konzipierte das System, entwarf das Design, schrieb die Software, konstruierte die Box und unterzog sie intensiven Tests.

Das Ergebnis ist High-Tech zum Low-Cost-Preis: Eine smarte Sensorbox, die komplett auf Open-Source-Software basiert. Direkt auf den Plantagen misst sie in festgelegten Intervallen wichtige Wetterdaten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lichtintensität sowie Wind und sendet diese automatisch an eine*n Empfänger*in.

Daten als Schutzschild gegen Schädlinge und Ernteausfälle

Für die thailändischen Kaffeebäuer*innen ist diese Entwicklung ein echter Gamechanger. Zum einen ermöglichen es die exakten Daten, abzuschätzen, wann mit bestimmten schädlichen Insekten zu rechnen ist – so kann rechtzeitig und gezielt gegengesteuert werden, bevor eine Plage die Ernte vernichtet. Zum anderen erleichtern präzisere lokale Wetterprognosen die Logistik nach der Ernte: Die Bäuer*innen können die sensible Trocknung der Kaffeebohnen unter freiem Himmel viel sicherer und effizienter planen. 

Vom Hörsaal in die Forschung: Das Projekt geht weiter!

Die Erfolgsgeschichte endet nicht mit der Abgabe der Studienarbeit. Weil das Konzept so vielversprechend ist, wurde das Projekt nahtlos weitergeführt. Herr Hettich blieb an Bord: Er arbeitete bis zum Beginn seiner Bachelor-Arbeit als wissenschaftliche Hilfskraft für Prof. Schlüter und entwickelte die Sensorbox aktiv weiter, um sie für den dauerhaften Praxiseinsatz in Thailand zu optimieren. Zukünftig wird Pawlo Hettich das Projekt beratend begleiten, daher hofft Prof. Schlüter auf weitere interessierte Studierende, die ihr Know-how unmittelbar in die Praxis bringen möchten. Gerade wird in seiner Forschungsgruppe eine simultan gebaute Box in Guadalajara, Mexiko, getestet. Die Arbeit geht also nicht aus.

Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, was das Studium an der DHBW Mannheim ausmacht: Wissenschaftliche Theorie, die direkt in der Praxis Anwendung findet – und in diesem Fall sogar einen echten Beitrag zu globaler Fairness und Nachhaltigkeit leistet.